Nicht selten müssen wir uns fragen lassen, warum die Bayernpartei eigentlich zur Europawahl antritt. Was will eine Partei, die sich schon dem Namen nach, aber vor allem durch ihr ausdrückliches Programm und die alltägliche Arbeit ihrer Mandatsträger ganz dem Freistaat Bayern und seinen Interessen verschrieben hat, denn in Europa?
Zum einen ist der europäische Bezug der Bayernpartei nichts Neues. Bereits 1946 forderte die BP einen Verbund souveräner Staaten in Europa – unmittelbar nach einem verheerenden Krieg, der noch frische Wunden und tiefe Gräben hinterlassen hatte, eine revolutionäre Idee. Europäische Zusammenarbeit, Frieden und gute Nachtbarschaft sind uns auch heute noch ein Kernanliegen und gerade für eine regionalistische Partei unbedingt notwendig.
Nur hat sich die derzeitige Europäische Union von diesen Grundabsichten mittlerweile sehr, sehr weit entfernt. In ihrer derzeitigen zentralistischen, bürokratischen und wenig demokratischen Form lehnen wir die EU ab. Die Konsequenz daraus kann aber nicht sein, dass wir uns nicht an den Europawahlen beteiligen. Denn die EU ist, was auch immer wir von ihr halten mögen, Realität. Sie bestimmt unser aller Leben, jeden Tag. Ihr Einfluss wird in den nächsten Jahren drastisch wachsen und sie wird immer mehr von unseren persönlichen Freiheiten bedrohen. Darum ist es unerlässlich, dass sich die BP um eigene EU-Mandate bemüht, um an diesen Entscheidungen mitwirken und sie in die Richtung steuern zu können, die wir uns vorstellen.
Denn gerade derjenige, der etwas kritisiert, muss auch konkret sagen, was er besser machen will. Aus Sicht der Bayernpartei ist dieses “Besser” häufig ein “Weniger”. Wir wollen ein Europa, das sich nicht um Kaffeemaschinen, Wasserhähne und Glühbirnen kümmert. Wir schätzen Europa, aber wir wollen nicht, dass es unsere Wohnung umbaut. Genausowenig wollen wir, dass sich Europa an unseren Konten und Geldbeuteln bedient. Unser Europa ist kein Europa der gesamtkontinentalen Gleichmacherei, weder in finanzieller noch in kultureller Hinsicht.
